Wenn die Datenbank streikt

Unternehmen speichern Ihre Daten wie Kunden, Aufträge, Buchhaltung oder Lagerbestand in Datenbanken: In meiner „EDV-Kindheit“ passierte das noch mit Hilfe von dBase oder Open Access, heute erhalten wir zur Datenrettung neben den Steinzeit-Systemen hauptsächlich moderne relationale Datenbanken wie MSSQL, Oracle oder MySQL.

Datenverlust bei Datenbanken kann durch physikalische oder auch logische Ursachen auftreten. Ein physikalischer Fehler ist ein defekter Datenträger oder ein defektes Storage. Logische Ursachen können Dateisystemfehler sein (z.B. das 0-Byte-Problem, siehe dazu mein Gastkommentar Anfang des Jahres) oder Fehlbedienung wie Löschen von Datensätzen oder ganzen Tabellen.

Für eine erfolgreiche Datenrettung von Datenbanken ist tiefgreifendes Know-How der Dateisysteme notwendig: Sowohl bei Dateisystemfehlern als auch dem versehentlichen Löschen ist es über spezielle Strukturen des Dateisystems (z.B. Runlists, Indirect Blocks oder Transactions-Logs) möglich, noch Zugriff auf die verlorenen Daten zu erhalten. Auch Wissen über den – oft proprietären – internen Aufbau der Datenbankdateien (zum Beispiel .mdf, .dbf., myd) ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Datenrettung.

Der größte Aufwand bei der Datenrettung von Datenbanken liegt jedoch in den meisten Fällen bei der Verifikation bzw. Qualitätskontrolle. Gerade bei Datenbanken ist eine Überprüfung extrem wichtig: Nur eine vollständig rekonstruierte Datenbank garantiert für den Kunden einen reibungslosen Betrieb. Deshalb müssen alle Datenbanken, Tabellen, Datensätze sowie Relationen überprüft werden: Existiert jeder in der Rechnungstabelle referenzierte Kunde auch tatsächlich in der Kundentabelle? Liegen Werte von Feldern (zum Beispiel Datum, Euro-Beträge) in den zu erwartenden Bereichen? Sind fortlaufende IDs eindeutig und vollständig?

Sollte – zum Beispiel aufgrund zerstörter Bereiche innerhalb der Magnetschicht der Festplatte – eine Datenrettung nicht vollständig möglich sein, so können wir nach Bedarf des Kunden sowohl inkrementelle Datensätze seit dessen letzter Datensicherung liefern als auch bestimmen, in welchen Bereichen Datensätze fehlen oder fehlerhaft sind.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es gerade bei Datenbanken zu nicht vorhandenen oder fehlerhaften Datensicherungen kommt: Viele Datenbanken können nicht einfach per Kopie gesichert werden und fehlen somit auf Backups. Stattdessen müssen mit Hilfe datenbankinterner Tools sogenannte Datenbank-Dumps erstellt werden, welche anschließend gesichert werden können. Auch hier ist eine regelmäßige Überprüfung der Datensicherungen empfehlenswert.

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