„Darfs ein bisserl Spare sein?“ oder: Ein gewichtiges Problem

Spareparts oder zu Deutsch Ersatzteile sind das Wichtigste neben Know-how und speziell entwickelter Verfahren, um eine erfolgreiche Datenrettung zu ermöglichen.

Gerade bei High Priority Fällen spielt der Zeitfaktor eine erhebliche Rolle, da jeder Tag ohne Daten einen finanziellen Verlust oder sogar das Aus von einem Unternehmen bedeuten könnte. Deshalb ist es wichtig jegliche Art von Festplatte auf Lager zu haben um so schnell wie nur möglich Zugriff auf die Daten zu bekommen.

Doch bei der Mannigfaltigkeit an Festplatten, welche über die letzten Jahrzehnte hinweg produziert wurden, ist es nicht immer ganz einfach, stets die passenden Ersatzteile parat zu haben.

Einen Großteil unserer Ersatzteile haben wir natürlich durch regelmäßige Ankäufe aktueller Festplatten-Modelle, die zu dem Zeitpunkt im Handel erhältlich waren.

Es kommt allerdings auch recht häufig vor, dass Partner, Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte in größeren Firmen auf uns zukommen, die zum Beispiel im Zuge eines Umtauschs oder Upgrades von Computern oder RAID-Systemen auf den ausgedienten (und meist auch defekten) Festplatten sitzen bleiben und nicht wissen wohin damit. Denn diese enthalten oftmals private oder streng vertrauliche Daten, weshalb man diese nicht „einfach so“ entsorgen kann.

Für solche Festplatten haben wir einen geregelten Ablauf:

Zuallererst wird die Festplatte auf etwaige physikalische Schäden untersucht. Sofern noch funktionsfähig, wird sie dann von uns fachmännisch gelöscht und dem Ersatzteillager zugeführt, wo sie eingescannt wird, alle wichtigen Parameter sowie Informationen zum derzeitigen Zustand der Festplatte notiert und in unser System eingetragen werden. Im Anschluss daran kommt der Datenträger an den ihm zugeteilten Platz und wartet auf den Einsatz in einer Datenrettung.

Da wir mittlerweile über 10.000 Ersatzteile besitzen und das Lager stetig wächst, ist es mit der Zeit gar nicht mehr so einfach ein geeignetes Platzerl in unserem Labor zu finden. Denn die Schränke müssen an einer tragenden Wand befestigt werden, damit sie nicht durch den Boden in die darunterliegende Wohnung krachen. Wer schon mal in einer Altbauwohnung war oder in einer gelebt hat weiß, dass die Böden bzw. Decken dort alles andere als belastbar sind!

Doch wie schwer ist denn nun eine Festplatte?

Es ist relativ schwer, ein Durchschnittsgewicht einer Festplatte zu ermitteln. Je nach Kapazität variiert natürlich genauso das Gewicht sehr stark. Während eine Seagate ST380815AS mit 80 GB etwas mehr als 350 Gramm hat, besitzt eine Western Digital WD4003FZEX-00Z4SA0 mit 4 TB mit 700 Gramm knapp das doppelte Gewicht. Rechnen wir also grob dass eine Festplatte durchschnittlich 450 Gramm hat. Somit kommt man immerhin auf stattliche 4,5 Tonnen Gewicht, die in einem Altbau untergebracht werden müssen.

Aber zum Glück gibt es ja noch die gute alte Ziegelmauer. Diese ermöglicht uns durch Verankerungen von Metallverstrebungen die Befestigung von Schränken, welche nur wenige Millimeter über den Boden schweben und diesen somit nicht belasten. Erinnert mich ein bisschen an Schreib-/Leseköpfe, die ja nur wenige Nanometer über den Magnetscheiben schweben. Zufall?! 😉

Wenn auch Sie noch Festplatten zu Hause haben, die Sie nicht mehr benötigen, jedoch nicht wollen, dass diese in die falschen Hände geraten oder vielleicht auch nur eine „Datenrettungs-Spende“ tätigen wollen, rufen Sie uns an und bringen Sie die Festplatte/n vorbei. Ein zukünftiger Kunde wird es Ihnen bestimmt danken!

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